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Deutscher Wanderverband

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Deutsches Wanderabzeichen

Inhalt

Of­fe­ner Brief
04.05.2020

Deut­scher Wan­der­ver­band for­dert brei­te Un­ter­stüt­zung für Wan­der-, Hei­mat- und Ge­birgs­ve­r­ei­ne

Kaum deut­li­cher als jetzt zeigt es sich, dass Deut­sch­land mit ei­nem sehr gu­ten Netz von mar­kier­ten Wan­der­we­gen aus­ge­stat­tet ist. Die­se eh­renamt­li­che, ge­sell­schaft­li­che Vor­leis­tung der Mit­g­lie­der des Deut­schen Wan­der­ver­ban­des ist wich­tig wie nie. So können auch in Co­ro­na­kri­sen­zei­ten vie­le Bürger*in­nen und Bürger wohn­ort­nah und im Wohn­um­feld si­cher ge­lei­tet die Wan­der­we­ge nut­zen. Die­se ein­fa­che Be­we­gung im Frei­en di­ent dem körper­li­chen und psy­chi­schen Wohl­be­fin­den und hat sich auch im Sin­ne des fa­mi­liären und so­zia­len Zu­sam­men­halts als au&sz­lig;er­or­dent­lich wich­tig er­wie­sen.

Wir for­dern die Bun­des­re­gie­rung da­her mit dem bei­gefügten Of­fe­nen Brief auf: Las­sen Sie die ca. 3.000 Orts­grup­pen und de­ren 70 Lan­des- und Re­gio­nal­verbände un­ter dem Dach des Deut­schen Wan­der­ver­ban­des bei den Co­ro­na­hil­fe­pro­gram­men nicht durch das Ras­ter fal­len; stärken Sie die wich­ti­ge Ar­beit. 

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft und das gesamte soziale Leben in Deutschland hart getroffen. Bund und Länder haben darauf umgehend reagiert und an vielen Stellen unbürokratische Hilfe organisiert, was wir anerkennen. Wichtig ist nun, dass auch die vielen Vereine und der gemeinnützige Sektor im Bund und in allen Bundesländern eine stärkere Bedeutung und Unterstützung erhalten. Leider sind die Soforthilfen für gemeinnützige Strukturen und die Anerkennung der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe von Vereinen nicht in allen Bundesländern klar geregelt. Auch fehlt es an Transparenz sowie einfachen und gleichwertigen Vereinsschutzfonds.
Die unter dem Dach des Deutschen Wanderverbandes (DWV) organisierten 70 landesweiten und regionalen Gebirgs- und Wandervereine mit ca. 600.000 Mitgliedern sind in allen 16 Bundesländern engagiert. Ihr Einsatz macht es vielerorts erst möglich, dass sich selbst zu Corona-Zeiten die Menschen draußen orientieren und bewegen können. Die Vereine haben mit der Markierung der Wanderwege eine gesellschaftliche Vorleistung geschaffen, hinsichtlich der Soforthilfen fallen sie nun aber häufig durch das Raster.
Besonders hart trifft der Lockdown die vielen Wandervereine, die Gebäude entlang von Wanderwegen im ländlichen Raum unterhalten. Es gibt allein über 300 Wanderheime, dazu kommen u.a. zahlreiche Aussichtstürmen, historische Gebäude und Heimatmuseen. Viele Vereine haben keine hauptamtlichen Mitarbeiter*innen und betreiben die Häuser mit enormem ehrenamtlichem Engagement. Zugleich verursacht der Unterhalt der Gebäude regelmäßige Kosten etwa für Pachtzahlungen, Versicherungen, Energie sowie für Renovierungskredite. Auf der anderen Seite sind die Einnahmen komplett weggebrochen. Einzelne Vereine stehen vor der Insolvenz und Vereinsauflösung. Dazu kommt, dass viele Vereine finanzielle Vorleistungen für teils große Veranstaltungen gestemmt haben und nun durch das Veranstaltungsverbot hart getroffen sind. Leider wird diese Last längst nicht in allen Bundesländern durch Hilfefonds abgefedert.


Der Deutsche Wanderverband fordert Unterstützung von Bund, Ländern, Landkreisen und Kommunen. Insbesondere fordert der DWV,
- in allen Bundesländern „Vereinssoforthilfen“, die einfach finanzielle Hilfen für gemeinnützige Heimat-, Wander- und Kulturvereine sowie Naturschutzorganisationen bieten.
- auf kommunaler Ebene weitere Unterstützungsprogramme, insbesondere um Veranstaltungsvorleistungen und verlorene Einnahmen von Vereinen zu erstatten, welche ihre Veranstaltungen aufgrund der Corona-Krise absagen mussten.
- in allen Bundesländern den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gemeinnütziger Wandervereine (z.B. im Rahmen des Unterhalts von Wanderheimen, Aussichtstürmen oder historischen Gebäuden) für Soforthilfen zu öffnen, die in den Sofortprogrammen für Bund und Länder für Betriebe aufgesetzt wurden.
- dass Wandervereine, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zur Erfüllung der Vereinszwecke unterhalten, auch auf allen Ebenen als touristische Leistungsträger im Wandertourismus anerkannt werden und dementsprechend in den verschiedenen Fonds und Hilfsprogrammen aus Sicht der „Tourismusförderung“ Berücksichtigung finden. Dies betrifft etwa Anbieter von Wanderfahrten, Wanderbeherbergungs- und Einkehrbetrieben
sowie Selbstversorgerhütten und Betreiber von Museen, Mühlen sowie Wildtiergehegen.
- den Vereinen, die Hütten und andere gastronomische Einrichtungen betreiben, den reduzierten Steuersatz von 7% auf Speisen und Getränke zu gewähren, unabhängig von der Organisationsform des Betriebes. Sollte ein Rettungsfonds für Gastronomie und Hotellerie geschaffen werden, sollten die betreffenden Vereine dazu Zugang haben.
- für gemeinnützige Organisationen eine kostenneutrale Stundung von Krediten, wenn diese für den Vereinszweck notwendig waren oder sind. Dies kann die Sanierung von historischen Gebäuden ebenso betreffen wie Baumaßnahmen an Aussichtstürmen oder Wanderheimen. Fehlende Kreditrückzahlungen dürfen nicht zur Insolvenz von Vereinen führen.
- Wander- und Gebirgsvereinen aufgrund der umfangreichen und querschnittsorientierten Satzungsziele (u.a. aus den Bereichen Heimat-, Sport-, Naturschutz-, Bildung- Tourismus/Wirtschaftsförderung, Jugend-, Familienarbeit und Gesundheit) bundesweit einen einfachen Zugang zu Mitteln aus den vielfältigen Hilfefonds (Soforthilfen) zu gewähren.
- den Zugang zu Förderungen für gemeinnützige Vereine zu erleichtern und entsprechende Eigenmittelquoten herabzusetzen, vor allem dann, wenn die Vereinsarbeit wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgaben erfüllt.

Neben den Forderungen stehen die Mitglieder des Deutschen Wanderverbandes auch beim Restart Bund, Ländern, Landkreisen und Kommunen als Partner zur Seite. Daher weist der Deutsche Wanderverband eindringlich darauf hin:
- dass die DWV-Mitglieder durch die ehrenamtlich markierten 200.000 Kilometer Wanderwege eine Basisinfrastruktur zur Verfügung stellen, die vor und vor allem auch während der Corona-Krise deutschlandweit von vielen Menschen wohnortnah genutzt wurde und wird. Diese Infrastruktur hat sich auch im Sinne des familiären und sozialen Zusammenhalts als außerordentlich wichtig erwiesen. Nicht zuletzt erleichtern markierte Wanderwege die regelmäßige Bewegung im Freien und tragen zum körperlichen
und psychischen Wohlbefinden und zur Stärkung des Immunsystems bei.
- dass die von den DWV-Mitgliedern betreuten Wanderwege, Aussichtstürme, Hütten, Häuser sowie Kleindenkmale Besucherlenkungssysteme sowie Naturattraktionen darstellen, die ein Naturerlebnis vieler Menschen ermöglichen. Die Infrastruktur dient also der Erholungs-, Gesundheits- und Tourismusförderung sowie dem Naturschutz und stärkt den ländlichen Raum. Diese Wanderinfrastruktur muss deswegen unbedingt weiter unterhalten werden. Dies gilt umso mehr angesichts der langsam wieder gelockerten Einschränkungen.
- dass DWV-Mitglieder und zertifizierte DWV-Wanderführer*innen dank ihrer regionalen Kenntnisse in der Lage sind, den Menschen kompetente Angebote zu unterbreiten, die sie in die Landschaft führen und zugleich Besucherballungen vermeiden. Sie sind wichtige und kompetente Partner bei der langsamen Lockerung.
- dass Urlaub und Erholung in diesem Jahr nahezu ausschließlich in Deutschland stattfinden wird. Dabei wird das Wandern eine herausragende Rolle spielen. Um den zu erwartenden Drang zu lenken und Hot-Spots mit hoher Frequentierung zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Wander- und Gebirgsvereine von der Politik auf allen Ebenen gestärkt und eingebunden werden.

Wir fordern Sie auf: Lassen Sie die Gebirgs- und Wandervereine unter dem Dach des Deutschen Wanderverbandes nicht durch Ihr Raster fallen. Bitte behalten Sie die für unsere Gesellschaft wichtigen Vereine im Blick. Sehen Sie in ihnen einen wichtigen Partner, auch und vor allem in der Corona-Krise.
Für eine konstruktive Mitwirkung bei guten Schutz- und Lenkungssystemen in der Landschaft und beim Restart des Deutschlandtourismus stehen wir Ihnen als Experten gerne zum Austausch zur Verfügung.

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